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Euregionales Literaturprojekt 2010

Im Rahmen der euregionalen Literaturwoche wurde neben den Austauschprojekten mit unseren Partnerschulen auch das „Euregionale Literaturprojekt 2010“ angeboten. Eine Woche lang haben wir Projektteilnehmer uns mit literarischen Werken der unmittelbaren euregionalen Umgebung befasst. Anhand eines Tagebuchs sollen die dabei gewonnenen Eindrücke hier kurz wiedergegeben werden. 

Eine spannende Woche begann mit einem Literatur-Workshop, und zwar mit dem Schriftsteller Willi Achten, der übrigens auch Schülervater ist. Mithilfe dieses Workshops sollten erste Annäherungsversuche in Richtung „Creative Writing“ unternommen werden. Vom Umschreiben mancher Texte bis hin zum Verfassen innerer Monologe wurde uns eine bunte Mischung präsentiert. So konnten wir mithilfe mehrerer Texte verschiedene Techniken des Schreibens anwenden, und es kamen respektable Ergebnisse dabei heraus.

Nach mehreren Stunden und einigen beschriebenen Blättern war der erste Tag auch schon vorbei, und man freute sich auf den nächsten Tag. Sicherlich können einige der erlernten Schreibtechniken im regulären Unterricht angewendet werden.

Der zweite Tag begann am Vormittag mit einer Fahrt nach Maastricht. Dort erwartete uns zunächst eine sehr aufschlussreiche Stadtführung mit literarischem Hintergrund. Wir haben neben roten Kirchen auch eine Menge über die literarische Welt des Maaslandes erfahren.

Anschließend erkundeten wir in Kleingruppen die Stadt Maastricht, um uns später im Bonnefanten-Museum erneut zusammen zu finden. Zu dieser Zeit fand dort eine Sonderausstellung statt, die wir uns unter einer qualifizierten Führung ansehen durften.

In Windeseile war die Zeit vorüber, und so machten wir uns wieder auf den Weg nach Aachen, womit auch der zweite Tag vorüber war.

Das Highlight der Woche war gleichzeitig auch die Halbzeit des Projektes. Unser Weg führte uns nach Köln, wo wir uns zunächst ins Farina-Museum begeben haben, um uns über die Geschichte des echten „Kölnischen Wassers“ informieren zu lassen. Dort wurden wir zunächst vom Erfinder persönlich überrascht. Aus der Vergangenheit heraus gab sich Johann Maria Farina die Ehre, uns Einzelheiten seiner Duftkomposition näher zu bringen.

Nach diversen Duftproben machten wir uns auf den Weg, um erneut in Kleingruppen die Stadt besichtigen zu können. Daraufhin kamen wir beim WDR-Besucherzentrum wieder zusammen und erhielten interessante Einblicke in die Geschichte und das Sendespektrum des WDR. Es folgte eine Führung durch das gesamte Gebäude, das sich, zumindest gefühlt, über ganz Köln erstreckt. Wir konnten uns verschiedene Studiokulissen ansehen und sind durch sämtliche Abteilungen der medialen Arbeit gewandert. Dort erlebten wir die ein oder andere „Erleuchtung“.


Schließlich landeten wir beim WDR-Radio. Dort haben wir nicht nur einiges über die Berufschancen beim WDR-Radio erfahren können, sondern auch wie viel Mühe eigentlich hinter einer Sendung steckt und natürlich, wo alles entsteht, was letztlich aus dem Radio ertönt.

Damit war der Tag allerdings noch lange nicht vorbei. Am Abend stand der Besuch der öffentlichen Probe der russischen Oper „Mazeppa“ auf dem Programm, die zu dieser Zeit im Aachener Theater aufgeführt wurde.

So konnten wir vor der eigentlichen Premiere schon einige Impressionen aus der Oper mitnehmen. Und so näherte sich auch der dritte Tag dem Ende. - Unser vorletzter Tag führte uns nach Lüttich, wo wir unter erschwerten Bedingungen, nämlich der Kälte, zunächst eine Führung über das durch die Literatur geprägte Lüttich hatten. Wir gingen durch alle kleinen Gassen und Straßen und konnten durchaus auch das belgische Flair erleben, das auch durch den Weihnachtsmarkt geprägt wurde.

Anschließend war uns erneut die Möglichkeit gegeben, die Stadt eigenhändig zu erkunden. Dies wurde dankbar wahrgenommen, da die Zeit zum Auftauen genutzt wurde, bevor wir uns erneut der Kultur widmeten. Das „Museum des wallonischen Lebens“, das größte Heimatmuseum der Wallonie, bot uns erneut Einblicke in die Lütticher Stadtgeschichte, und auch die Literatur kam nicht zu knapp. Allerdings wurden wir natürlich auch wieder an unsere Pflichten als Schüler erinnert.

Schließlich ging auch dieser Tag zu Ende, und so standen wir fast am Ende des Projektes. Der letzte Tag der gemeinsamen Woche wurde genutzt, um unsere Stadt Aachen besser kennen zu lernen. Mit dem aus Aachen stammenden Schriftsteller Dr. Hermann-Josef Schüren spazierten wir auf den Spuren der Literatur durch die Innenstadt und konnten ganz neue Seiten an unserer Kaiserstadt entdecken.

Die schöne gemeinsame Zeit haben wir dann im „Café zum Mohren“ ausklingen lassen.

Damit war die gemeinsame Zeit auch schon vorbei, und an dieser Stelle möchte ich mich zunächst bei unseren Begleitern herzlich bedanken: Frau Aschrafi-Mahabadi und Herr Koch haben uns souverän durch die Woche geführt und für den harmonischen Gruppenzusammenhalt gesorgt. Vielen Dank dafür!

Des Weiteren möchte ich natürlich allen Beteiligten danken, die zum Gelingen der Projektwoche beigetragen haben. Für die sicherlich zeitintensive Gesamtorganisation des euregionalen Programms vor allem Herrn Weitz, für die Beiträge allen Workshop-Leitern und Stadt- bzw. Museumsführern, die unseren Horizont um einiges bereichert haben.

Und für all die, die sich in Zukunft für ein Europa-Projekt entscheiden müssen, kann ich nur empfehlen, zumindest über das euregionale Projekt nachzudenken, denn man hat nicht nur eine Menge Spaß, sondern kann sich innerhalb weniger Tage auch noch verschiedenste Städte ansehen und einiges für sich mitnehmen.


Catherine Stiel, EF