Deutsch-Französisches Austauschprojekt 2013/2014 mit Saint Brieuc

Bonjour, mesdames et messieurs! - Bereits im letzten Winter kamen unsere französischen Austauschpartner von unserer Partnerschule Saint-Charles-La Providence aus dem bretonischen Saint Brieuc zu uns nach Aachen. Hier verbrachten sie neun Tage voller Spaß, Freude und tollen Erlebnissen. Der Abschied der Austauschschüler/innen ist vielen sehr schwer gefallen. Von ihren neuen Freundinnen und Freunden Abschied zu nehmen, hat so manchem ein paar Tränchen entlockt, doch am 30. Mai  war es endlich so weit:

Wir werden die Familien unserer Austauschschüler/innen kennen lernen und unsere Corres (= Austauschschüler/innen) endlich wieder sehen! Um 7:30 Uhr morgens ging es mit dem Reisebus los.


Unsere  beiden Busfahrer, Lothar und Andreas, spielten unterwegs so manches Lied an, zu dem wir dann auch den Text lauthals sangen: » Atemlooos durch die Naacht, bis ein neuer Tag erwaaaacht…«. Nach ungefähr 10 Stunden - alle war total aufgeregt - kamen wir endlich in St. Brieuc an und wurden sogleich von den Gastfamilien und Austauschschüler/innen in Empfang und Obhut genommen. Das Wochenende verbrachten alle in ihren Austauschfamilien. Die einen gingen an den Strand und ließen sich das Wasser um die Füße spülen, die anderen entdeckten einen Teil der Region bei einem Ausflug.


Der erste Höhepunkt war die Besichtigung des bekannten Aquariums und des alten Stadtkerns von Saint-Malo. Die lehrreichen und witzigen Erklärungen des Stadtführers Dirk Oestreich brachten uns Meerestiere und Geschichte näher.

Der zweite Ausflug ging nach Perros-Guirec, von wo aus wir mit einem Schiff zu den »7 Îles« fuhren. Nachdem sich die Führer Paul und Katrin von der LPO (Ligue pour la Protection des Oiseaux) vorgestellt hatten, bestiegen wir mit vielen anderen Passagieren das schaukelnde Ungetüm. Nach einer kürzer als erwarteten Fahrt erblickte man eine Insel, wo die eine Seite aussah, als läge dort Schnee. Doch wenn man genauer hinsah, Katrin hatte vorher noch Ferngläser an alle verteilt, sah man, dass es einfach nur sehr, sehr viele weiße Vögel waren, die sich ihre Nester ganz nah aneinander gebaut hatten. Trotz des frischen Windes war es ein Naturerlebnis und eine tolle Fahrt.


Nach einem Picknick auf den Felsen der Schiffsanlegestelle machten wir uns zur Vogelschutzstation auf, und dort trafen wir dann abermals Katrin, die uns anhand einer kleinen, aber informativen Präsentation erklärte, warum diese Aufzuchtstation gebaut worden war, welche Ziele diese verfolgt und welche Probleme es immer noch gibt.


Der dritte Tag fand in der Schule statt. Zuerst nahmen wir am Unterricht in Mathe, Erdkunde  oder anderen Fächer auf Französisch teil. Wir erlebten ein paar Stunden französischen Alltag. Anschließend gab es einen überaus freundlichen Empfang im Rathaus, bei dem uns der stellvertretende Bürgermeister M. Daniel auf Deutsch willkommen hieß. Beim folgenden französischen Mittagessen mit Crêpes und Galettes lernten sich die französischen und deutschen Jugendlichen noch besser kennen.

Der nächste Tag war wohl am anstrengendsten, was das feste Programm anging. Als erstes fuhren wir mit dem Bus nach Courtils, von wo aus wir zu Fuß die Bucht zum Mont-Saint-Michel durchquerten. Es gab ein paar Stellen, an denen der Boden sich anfühlte, als ob darunter eine Matratze wäre – das war Treibsand! Man ist darin sogar versunken. Ein Junge war bis zu den Knien im kalten Schlamm und kam nicht mehr heraus, also musste ihn Herr Vandenbergh herausziehen.


Nach der gut zweistündigen Wanderung und einem Picknick am Fuße des Mont erlebten wir eine lange, umfangreiche, aber auch informative Führung durch das Kloster. Dort gibt es drei Etagen: die für die Adligen, die für die Pilger bzw. für die Reisenden und eine Etage für das normale Volk. Wir besichtigten riesige Esssäle, wunderschöne Gärten  und Aussichtsplattformen, die die atemberaubende Aussicht auf die Bucht preisgab, u.v.m.


Der letzte Programmtag begann um 8.10 Uhr in der Schule Saint-Charles-Schule. Dort sahen wir uns einen Dokumentarfilm über die Bretagne an. Anschließend teilten wir uns in kleine Grüppchen auf und machten eine Stadtrallye. Ich persönlich finde Stadtrallyes zum Umfallen langweilig, aber diese fand ich echt nicht schlecht. Wir mussten für unsere Erkundungen Passanten auf  Französisch Fragen stellen. Und viele, jedenfalls bei meiner Gruppe, haben gesagt, dass wir echt gut Französisch sprechen würden! Irgendwann trudelten dann alle Gruppen an einem vereinbarten Ort in der Stadt ein, und anschließend verbrachte man den allerletzten Tag bei seinen neuen Freunden.


Zuletzt kam der schwierigste Teil: Die Verabschiedung. Man drückte sich, weinte seiner Partnerschülerin die Schultern nass und machte noch Abschiedsfotos, die garantiert ins Fotoalbum  kommen. Die Tränen rollten wie die Regentropfen an der Fensterscheibe die Wangen hinab, und dann setzte sich der Bus auch schon in Bewegung.


Am Abend erreichte der in Hochstimmung singende Partybus pünktlich sein Ziel: Parkplatz Waldfriedhof, DEUTSCHLAND. Die Wiedersehensfreude war riesengroß, und ich möchte mich im Namen aller 28 deutschen Austauschschüler/innen ganz herzlich für diese vogage bedanken, bei den Koordinatoren Herrn Weitz und Madame Herviou, den Begleitern Frau Siek und Herrn Vandenbergh und allen französischen Lehrern, die uns begleitet haben! Und wir alle hoffen, dass es bald ein Wiedersehen geben wird. Merci beaucoup!


Leonie Heuer 7b, Andrea  Siek