Deutsch-Französisches Auslandspraktikum 2011 / 2012 in Saint-Brieuc

Wir hatten das große Glück bei unserer eigenständigen Anreise, in Paris in einen Zugstreik zu gelangen… Also nutzen wir die Zeit und verbrachten unseren kurzen Aufenthalt in den nahegelegenen Galeries Lafayette, wo wir uns bereits auf die französische Kultur einstellen konnten. Nun stieg unsere Vorfreude immer mehr, und wir konnten die Ankunft kaum noch abwarten.

 

Annika und Nicole lernten am Wochenende die für sie noch unbekannte Region kennen und starteten ihr Abenteuer Frankreich mit einem Ausflug in die nahegelegene Stadt Binic. Dabei stimmten sie sich auf ihre Gastfamilien ein und konnten sich über die bereits gemachten Erfahrungen austauschen.

 

Da Christophers und Antonias Ausbildungsbetrieb am Montag geschlossen war, begleiteten sie ihre Austauschschüler in unsere Partnerschule Saint Charles-La Providence, wo sie einige bekannte Gesichter wieder sahen. Sie hatten schon einmal die großartige Möglichkeit, Teil einer bretonischen Familie zu sein, und zwar beim Deutsch-Französischen Austauschprojekt in der 7. Klasse, und trafen voller Begeisterung auf alte Freundschaften. Außerdem konnten sie sich mit anderen deutschen Gastschülern austauschen und polierten zudem ihre fachspezifischen Französischkenntnisse in Mathematik oder Biologie ordentlich auf.

 

Doch für Annika und Marsha ging es schon am Montag los, und ihre Woche begann mit Malen, Basteln und Singen. Sie machten ihr Praktikum gemeinsam in einem Kindergarten und bewiesen sich als liebevolle und offene Praktikantinnen, die den kleinen Kinder schnell ans Herz wuchsen und daher jeden Tag mit offenen Armen begrüßt wurden.

 

Unsere Gastfamilien machten sich alle Mühe, um unsere Zeit in Saint-Brieuc so schön wie möglich zu gestalten und ließen sich daher immer wieder neue interessante Dinge einfallen. Hier sieht man Antonia und ihre Austauschschülerin beim abendlichen Zumba gemeinsam mit der Trainerin, wo sie sich mit viel Leidenschaft zum Tanzen auspowern konnten. Einen Abend verbrachten wir gemeinsam im Bowling-Center, und hier wurde noch einmal deutlich, wie gut wir uns alle verstanden und was uns dieser Austausch alles ermöglichte.

 

Glücklicherweise lagen alle unsere Betriebe in der schönen Innenstadt von Saint Brieuc nah beieinander, und wir konnten uns während der Mittagspause in kleinen Restaurants oder Cafés treffen und über unser Erlebtes diskutieren und gemeinsam die Zeit genießen. Während unserer Woche in Frankreich lernten wir uns besser kennen und schlossen teilweise enge Freundschaften, für die wir sehr dankbar sind.

 

Christopher und Antonia absolvierten ihre Praktika in Bereichen, die vielleicht nicht ihre alle erste Wahl gewesen wären. Christopher dekorierte in einem Laden für Einrichtungen und entdeckte dabei seine kreative Seite. Es machte ihm Spaß, den Laden passend nach Farben umzugestalten und den Kunden bei Fragen weiterzuhelfen. Antonia hingegen verbrachte die vier Tage in einer französischen Bank und zeigte auf einmal großes Interesse für Finanzen und wie das ganze Bankwesen funktioniert. Bei Kliententreffen und im Umgang mit den Mitarbeitern lernte sie viele neue Vokabel und andere wichtige Dinge.

 

Im Gegensatz dazu hatte Caroline ihr Wunschpraktikum in einer Grundschule bekommen und arbeitete täglich viel mit den aufgeweckten Kindern zusammen. Da sie in kurzer Zeit große Fortschritte in Französisch machte, durfte sie bereits am dritten Tag einige Unterrichtsstunden alleine vorbereiten und hatte viel Spaß dabei, den Schülern deutsche Wortbrocken beizubringen.

 

Auch wenn sich das Klischee des bretonischen Wetters bestätigte, konnten wir die Nachmittage auch dazu nutzen, um im neu errichteten Einkaufszentrum shoppen zu gehen und durch die französischen Läden zu bummeln.

 

Abschließend kann man sagen, dass wir eine tolle Zeit in Frankreich hatten. Wir haben uns alle bestens mit den Franzosen verstanden und stehen immer noch in ständigem Kontakt mit ihnen und planen schon die nächsten Treffen. Neben den beruflichen Erfahrungen, die wir sammeln konnten, bewies dieses Austauschprogramm wieder, wie wichtig internationale Projekte sind. Die neugewonnen Kenntnisse werden uns immer begleiten und weiterhelfen. Die Organisation der Auslandpraktika wurde hervorragend von Madame Martin geleitet und wir würden dieses Projekt jedem weiterempfehlen.

 

Antonia Offermann, EF