« L‘Aixpress – Première Édition » zum Tag der Deutsch-Französischen Freundschaft 2011

In einem dunklen Hinterzimmer eines Aachener Kaffeehauses sitzen zwei junge Männer an einem kleinen, runden Tisch in eine intensive Diskussion vertieft.  Weit über den Tisch gebeugt, hebt der eine, ruhig, aber mit leicht gehobener Tonlage, zu sprechen an, worauf der andere ihm wild gestikulierend widerspricht. Selbst die Figuren der Bilder an den holzvertäfelten Wänden scheinen den Ausführungen und Debatten zu lauschen. Durch die dicken Zigarettenrauchschwaden tritt ein Ober an den Tisch heran und serviert zwei weitere Espressos, was die jungen Männer aber nicht zu bemerken scheinen. Unvermittelt fragt der eine: „Christoph, was hältst Du davon, wenn wir eine französischsprachige Schülerzeitung herausbringen würden?“ Christoph lehnt sich zurück, denkt kurz drüber nach, schaut sein Gegenüber an: „Warum nicht, Lukas? Genau das machen wir!“

 

Als die Idee ausgereift war, begannen Lukas Wolters und Christoph Lohschelder diese Zeitung mit dem Namen « L'Aixpress » zu entwerfen. Welchen Inhalt sollte die Zeitung haben? Sie sollte weder zum „Käseblatt“ entgleisen noch die Schüler vom kulturellen Zeit-Niveau abschrecken. Mögliche Themenvorschläge füllten am Ende zwei Seiten und reichten von politischer Analyse der deutsch-französischen Freundschaft bis hin zu praktischen Hinweisen zum Auslandsaufenthalt bzw. Studium in Frankreich. Es war klar, dass eine Zeitung von Schülern für Schüler ein Redaktionsteam mit viel Motivation aus unseren Französisch-Kursen benötigte. Vor allem aber brauchten wir einen Lehrer, der uns bei dem Vorhaben unterstützte.

 

Beim Thema Zusammenarbeit greift man immer gerne auf Bewährtes zurück. Im letzten Schuljahr koordinierten Lukas und Christoph mit Herrn Weitz zusammen erfolgreich ein EU-Schülerparlament mit politischen Gästen und Schülerdebatten. Nachdem Lukas und Christoph Herrn Weitz vor dem Lehrerzimmer ihr Konzept vorgestellt hatten, sicherte dieser sofort seine Unterstützung zu. Gleich vor Ort lieferte er mit französischer Begeisterung neue Ideen zur thematischen Ausrichtung und entwarf aus dem Stegreif eine Veranstaltung zur Präsentation der Zeitung. Mehr oder weniger ähnlich enthusiastisch nahmen die Schüler/innen der Stufen 12 und 13 die Werbung in den Französisch-Leistungs- und Grundkursen auf.

 

Letztendlich stellten 26 Schülerinnen und Schüler Artikel einer solchen Vielfalt in Aussicht, dass die Qualität der Zeitung kein Problem darstellte. Aachener Geschichte, Umweltschutz, Betrachtungen zur Weltformel, Musikempfehlungen und Kochrezepte erweiterten die ursprünglichen Vorstellungen um ein Vielfaches. Zur Abrundung konnte Herr Weitz Artikel von ehemaligen Pius-Schülern und dem Honorarkonsul Frankreichs in Aachen einwerben – Artikel, die zum Beispiel Einblicke in das französische Wirtschaftsministerium gewährten.

 

Nach arbeitsintensiven Wochen des Verfassens, Redigierens, Zusammentragens und des Layouts formte sich trotz eines Datencrashs in Lukas‘ Computer eine 20 Seiten starke Zeitung. Schließlich prangte auch der Name des Journals « L'Aixpress », graphisch aufbereitet von Donata Wirtz und Leonie Heithausen, auf der Titelseite. Durch Herrn Weitz‘ beharrliches Bemühen erschien die geschaltete Werbung von Sponsoren auf den Seiten und inzwischen hatte er auch den Druckvertrag unter Dach und Fach gebracht. Das Journal wanderte durch die Druckerpresse zum Vordruck.

 

Als am 21. Januar 2011 zum Tag der Deutsch-Französischen Freundschaft  « L'Aipress » vorgestellt wurde, folgten dem werbenden Ruf von Herrn Weitz nicht nur die Presse und Schülerschaft. Oberbürgermeister a.D. Dr. Jürgen Linden und Dr. Wolf Steinsieck, Honorarkonsul Frankreichs mit Sitz in Aachen, ließen sich gerne von Herrn Weitz einladen. Ihre Reden lobten das große Engagement hinter dieser „tollen Zeitung“ und bewegten die Zuhörer mit ihrer ganz eigenen deutsch-französischen Freundschaft. Diese Freundschaft war bis in die Musik spürbar, mit welcher der pensionierte Kollege Walter Brouwers der Veranstaltung einen feierlichen Rahmen gab. Zwar erklangen die französische, deutsche und europäische Nationalhymne, aber alle drei fügten sich gemeinsam wie alte Freunde in eine „Fanfare franco-allemande“, überzeugend vorgestellt von Ullrich Brassel, Klavier, Felix Brassel, Trompete, Giulia Palm, Saxophon und Niklas Fritz, Posaune.

 


Im Zentrum des Programms präsentierten zur Moderation von Lukas und Christoph acht Schülerinnen und Schüler ihre Artikel als »amuse-gueule« für die Lektüre des Journals. En français bien sûr.

 


Am Ende erschien alles wie die erfolgreiche Geburt einer französischsprachigen Schülerzeitung, aber unverhofft traten Nachwehen ein. Das mediale Interesse an der Zeitung begrenzte sich nicht auf die Printmedien, sondern selbst für das Fernsehen arrangierte Herr Weitz ein Interview. So fanden sich Herr Weitz, Dr. Wolf Steinsieck, Lukas und Christoph in den Studios von Center-TV wieder. Die deutsch-französische Freundschaft hat eben einen hohen Stellenwert…

 


Christoph Lohschelder, Jgst. 13